Das rote Haus
Ein Theaterstück von Ersan Mondtag und Till Briegleb
Das Rote Haus“ beleuchtet die Geschichten von Frauen, die in den 1960er und 1970er Jahren als Gastarbeiterinnen nach Berlin kamen. Im Zentrum stehen vier alte Freundinnen, die sich nach über 20 Jahren am Wonaym-Bahnhof treffen. Ihre Zusammenkunft wird von Erinnerungen und Konflikten geprägt, während eine von ihnen eine Urne mitbringt, die die verstorbene Freundin symbolisiert, die ihre gemeinsamen Erlebnisse bewahrt hat.
Mit dem Kreuzberger Wohnheim „Wonaym“ als Ausgangspunkt, wo viele dieser Frauen untergebracht waren – einschließlich einer Etage, die von der Aktiengesellschaft Telefunken für gut ausgebildete Frauen aus der Türkei gemietet wurde – zeigt Mondtag auf, dass diese Frauen nicht in das gängige Bild von bildungsfernen und armutsgetriebenen Migranten passen.
Als die Freundinnen sich mit ihrer Vergangenheit beschäftigen, entdecken sie unerwartet, dass sie durch eine Tür in das Jahr 1968 geraten sind, zur Zeit der Studentenproteste. Diese Reise konfrontiert sie nicht nur mit bedeutenden historischen Ereignissen, sondern auch mit ihren eigenen Lebensgeschichten, Entscheidungen und den lebensfrohen Momenten, die ihre Träume und gesellschaftlichen Begegnungen prägten.
Mondtags Bildertheater schafft ein utopisch-melancholisches Altenheim und regt dazu an, zu hinterfragen, welche Erzählungen im kollektiven Gedächtnis bleiben und welche ausgeblendet werden. Gleichzeitig wird das Gesellige, die Freude am Leben und die Glücksmomente dieser Frauen in den Mittelpunkt gestellt.
Zeitzeuginnen, die heute über 70 Jahre alt sind, stehen gemeinsam mit dem Gorki Ensemble auf der Bühne, das die jüngeren Alter Egos spielt.
Zeitraum
02. Oktober 2025 – 02. Oktober 2026
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